Jede Bewerbung, jedes Vorstellungsgespräch ist eine emotionale Angelegenheit! Sei es, weil man angesprochen wurde und sich seinem bisherigen Arbeitgeber verbunden fühlt, oder weil man beruflichem Druck ausgesetzt ist und sich Hoffnungen auf eine Position macht. Wie immer in der Wirtschaft, ist man auch hier einem Wettbewerb ausgesetzt. Das heißt, selten ist man der Einzige im Rennen um eine Position. Umso schmerzhafter treffen einen Absagen.

Versetzt man sich in die Lage eines Kandidaten, sind bei Absagen natürlich Emotionen mit im Spiel. Diese können – je nach Erfahrung und Situation – in Ärger, Trübsal und Gelassenheit ausarten. Das Absagen Kandidaten berühren ist verständlich. Hinzu kommt das Problem des Timings. Wenn eine Bewerbung zu schnell abgesagt wird, hat diese den Ruf, dass sich nicht ausreichend mit der Bewerbung auseinandergesetzt wurde. Dauert eine Prüfung der Bewerbung zu lang, lässt man den Kandidaten zu lange in Ungewissheit und er weiß nicht, woran er ist. Zudem nagt dies am Selbstvertrauen. Eine Faustformel hierfür gibt es nicht.  Eine Eingangsbestätigung, beispielsweise vier Tage nach Bewerbungseingang, verschafft schon einmal Zeit für den Personalberater. Eine ehrliche Form wäre es,  in der “Closing-Phase” eine Projektes, die Absagen zu schreiben – wenn das Projekt nicht gerade 15+x Wochen dauert. Ich meine, nach zwei bis drei Wochen sollte ein Bewerber wissen, woran er ist.

Von den Kandidaten möchte man im Gegenzug aber ebenfalls ein klein wenig Verständnis erwarten. Personalberater kochen auch nur mit Wasser. Natürlich ist jede Absage nicht einfach auszusprechen. Und für den Kandidaten ist die Auffassung einer Absage auch nicht einfach, aber einen Streit anzuzetteln rentiert sich nicht. Vielmehr sollte man Fragen, woran es lag und was verbessert werden kann, damit es beim nächsten Mal klappt. Auch hierfür sind Personalberater da.

Damit man aber überhaupt für geeignet gehalten wird, ist es für Bewerber wichtig, dass man eine Bewerbung formuliert, aus der klar hervorgeht, warum man für eine ausgeschriebene Position geeignet ist (vgl. Lebenslauf, nicht Lebensgeschichte).

Ein Personalberater der Bewerbungen bekommt, kann in der Regel sehr schnell herausfiltern, welche Bewerbung geeignet ist. Kandidaten, die in die engere Auswahl kommen, müssen sich in der Regel ein wenig gedulden. Schnelle Absagen bleiben eher ein NO-GO. Sehr gute Personalberatungen sagen den Bewerbern individuell – per Telefon oder schriftlich – ab. Gerade von spezialisierten Personalberatungen kann man ein ausführlicheres, ehrliches Feedback erwarten.