Wenn ein Suchauftrag bearbeitet wird, ist dies meist eine Dreiecksbeziehung zwischen Mandant (Zielfirma), Personalberatung und Kandidat. Wobei der Personalberater als Bindeglied zwischen Mandant und Kandidat fungiert. Eine qualitativ hochwertiges Vorgehen ist hier entscheidend – gerade für Bewerber. Die „Association of Executive Search and Leadership Consultants“ (AESC) weist hierfür Kriterien auf. Folgende Punkte kann man demnach von einem guten Personalberater erwarten:

  1. Vertraulichkeit

Als Kandidat kann man von einem gewissen Risiko ausgehen, sollte der bisherige Arbeitgeber Wind von dem Kontakt zum Personalberater bekommen. Daher hat man als Kandidat ein Recht auf ein Höchstmaß an Diskretion von Seiten des Personalberaters und des Mandanten.

Zu den Pflichten des Beraters gehören unter anderem:

  • Nach dem Interview um das Einverständnis des Kandidaten zu bitten, den Namen und die Unterlagen an den Klienten weiterzugeben zu dürfen.
  • Auf Wunsch hin den Kandidaten nur direkt und nicht über Assistenten oder Mitarbeiter anzusprechen.
  • Referenzen nur mit Kandidatenzustimmung einzuholen.
  • Die Auswahl des Kandidaten mit niemanden außerhalb der Personalberatung zu diskutieren.
  • Mandanten um absolute Vertraulichkeit zu bitten.
  1. Umfassende Darstellung

Um eine Entscheidung treffen zu können, müssen alles Informationen über eine Position dem Kandidaten auf den Tisch gelegt werden. Das heißt Informationen über:

  • die Art der Position und die damit verbundenen Anforderungen,
  • die Gesamtvergütung,
  • einen möglicherweise erforderlichen Umzug,
  • zweckdienliche Informationen über das Unternehmen des Klienten (Strategie etc.).
  1. Zeitnahe Kommunikation

Zeitnahe Kommunikation sollte von allen beteiligten Parteien gepflegt werden. Der Suchprozess ist sehr zeitintensiv und es können Monate (manchmal auch Jahre) vergehen, zwischen dem Erstinterview und der endgültigen Einstellung. Von daher empfiehlt es sich, sich regelmäßig über den Fortgang des Prozesses auszutauschen (beispielsweise über Zwischenbescheide). Als Kandidat hat man das Recht, über den aktuellen Stand im Bewerbungsprozess informiert zu werden!

  1. Feedback

Ehrlichkeit ist wichtig und schafft Vertrauen. Der Kandidat kann vom Berater erwarten, dass dieser ihm eine ehrliche Rückmeldung nachdem stattgefundenen Gespräch gibt. Wo der Berater Stärken und Schwächen des Kandidaten im Bezug auf die angebotene Position sieht usw. Möchte der Mandant die Bewerbung des Kandidaten nicht weiter verfolgen, muss der Berater – so gut er kann – die Gründe für die Entscheidung nennen.

  1. Professionelles Vorgehen

Der Berater sollte alle Fragen des Kandidaten ehrlich beantworten können. Dazu gehört eine professionelle Gesprächsführung, es ist ja auch die Zeit des Kandidaten. Professionell bedeutet ebenfalls, dass der Personalberater Auskunft  über:

  • die Position und die Erwartungen des Mandanten geben kann,
  • zu allen Terminen pünktlich und vorbereitet erscheint,
  • profunde Kenntnisse über den Markt und den Klienten besitzt.
  1. Transparente Prozesse

Als Kandidat haben Sie ein Recht auf Informationen über den Prozessablauf. Professionelle Berater sollten dem Kandidaten Auskunft geben können:

  • Wie lange wird diese Phase dauern?
  • Welche Manager treffe ich, bevor eine endgültige Entscheidung fällt?
  • Welche Zeitvorstellung hat der Klient?
  • Wie geht es weiter?
  1. Kein Druck

Eine Entscheidung zu finden benötigt Zeit. Gerade für Führungskräfte, die im operativen Geschäftsleben aktiv sind, ist Zeit kostbar. Bei der Interviewvereinbarung werden Mandanten und Personalberater Rücksicht auf Ihre Zeit , Ihre Position und Ihre Verantwortung gegenüber Ihrem Arbeitgeber nehmen!

Die Entscheidung für eine Position sollte niemals übereilt und unter Druck getroffen werden. Als Kandidat kann man vom Personalberater aber aufmerksam gemacht werden auf eventuelle „Deadlines“ und die Folgen einer rechtzeitigen bzw. nicht rechtzeitigen Entscheidung.


Ein Personalberater sollte diese Punkte konsequent anwenden. Wenn man als Kandidat das Gefühl hat, dass die Zusammenarbeit nicht vertrauensvoll ist, sollte man seine Bewerbung zurückziehen. Ein Personalberater sollte die aufgezählten Punkte berücksichtigen und dem Kandidaten auf Augenhöhe dabei helfen, seine Karriere weiterzuentwickeln.

Quelle: https://members.aesc.org